Dr. Prengel, Krautkrämer und Coll.
Dr. Prengel, Krautkrämer und Coll.

Rheinbrücke

 

 

Im Jahre 1971 wurde in Koblenz die Südbrücke über den Rhein gebaut. Es handelte sich um eine übliche Kastenkonstruktion, mit der die Brückenbauer, Ingenieure und Statiker weltweit große Erfahrung hatten. In der Koblenzer Bevölkerung fragte man sich, wie es technisch überhaupt möglich ist, eine Brückenseite so weit in den Rhein hinein frei zu bauen, ohne dass diese zusammenbricht.

 

Der Gründer unserer Kanzlei Justizrat G. Prengel befand sich im Rahmen eines Bauprozesses in der Nähe von Koblenz auf einer gerichtlichen Ortsbesichtigung. Der dort tätige Gutachter, ein Statiker, erläuterte auf neugierige Fragen hin anhand mathematischer Formeln, dass die Konstruktion sicher sei und der weit hinausragende Brückenteil nicht abbrechen könne. Kurze Zeit später heulten die Sirenen. 13 Bauarbeiter waren mit in die Tiefe gerissen worden und konnten nicht mehr gerettet werden.

 

Aus der ganzen Welt reisten Brückenbauingenieure an, um die Konstruktion und den Schaden vor Ort in Augenschein zu nehmen und für die Zukunft sichere Schlussfolgerungen daraus zu ziehen.

 

Ein großer Versicherer übernahm die Schadensregulierung und beauftragte unsere Kanzlei. Im folgenden Schadensersatzprozess gegen den Brückenbauer, ein großer deutscher Metallkonzern, suchten die Kläger nach dem Schuldigen. Die Gerichtsgutachter stellten allerdings fest, dass man weltweit bisher von einem zu geringen statischen Sicherheitsfaktor ausgegangen war, den man bisher für völlig ausreichend halten durfte. Die negative Erfahrung mit der Koblenzer Brücke führte dazu, dass der Sicherheitsstandard international erhöht wurde.