Dr. Prengel, Krautkrämer und Coll.
Dr. Prengel, Krautkrämer und Coll.

Allgemeine, wichtige Informationen über uns:

  • Experte für Schwurgerichtssachen
  • Kapitalstraftaten
  • Beziehungstaten
  • Affekttaten
  • Staatsschutz-Sachen



 

 

1)

 

In den vergangenen 40 Jahren wurden in unserer Kanzlei im Durchschnitt pro Jahr fünf Verfahren wegen Tötung und versuchter Tötung bearbeitet:

 

Mord

Totschlag

Körperverletzung mit Todesfolge

Fahrlässige Tötung

usw.

 

Es ergibt sich somit eine spezialisierte Erfahrung aus mehr als 200 Fällen, in denen Rechtsanwalt Dr. Prengel die Verteidigung vor Gericht geführt hat.

 

Nicht wenige Verteidiger empfehlen ihren Mandanten, nichts zu sagen, d. h. sich nicht einzulassen, und es notfalls mit einer Verteidigererklärung durch den Rechtsanwalt zu versuchen.

 

Die Frage stellt sich allerdings, ob dies die richtige Strategie ist.

 

Wer so vorgeht, ist in der Regel davon überzeugt, sich auf das grundlegende Rechtsprinzip

 

in dubio pro reo

= im Zweifel für den Angeklagten

 

stützen zu können in der Hoffnung, dass bei Gericht Zweifel bleiben, die letztlich doch noch zum Freispruch führen.

 

Die langjährige Erfahrung zeigt allerdings, dass die Gerichte dazu neigen, etwa verbleibende Zweifel zu überwinden und dann doch zur unangenehmen Überraschung des Angeklagten und seines Verteidigers zu einer Verurteilung kommen. Die Ursache hierfür liegt darin, dass die Strafprozessordnung dem Gericht die Möglichkeit der

 

freien Beweiswürdigung

 

gibt. Das Gericht kann somit die Wahrheit aus den Tatsachen und Indizien schlussfolgern, die erkennbar und greifbar sind, gleichsam wie ein Mosaik.

 

Wenn der Angeklagte sein Glück darin sieht, zu schweigen – was sein gutes Recht ist, und worüber er auch deutlich belehrt wird -, dann besteht das Risiko, dass das Gericht die Tatsachen und nachweisbaren Indizien anders sieht und bewertet als er selbst. Er betreibt dann eine Art unkalkulierbares Glücksspiel.

 

Der Rat eines Verteidigers an den Angeklagten, zu schweigen, kann natürlich auch darauf beruhen, dass es nicht zu den meist notwendigen zeitaufwändigen Gesprächen in der JVA (Justizvollzugsanstalt) zur Vorbereitung der Hauptverhandlung gekommen ist und demzufolge auch nicht zu der Erarbeitung einer optimalen Verteidigungsstrategie.

 

In diesem Fall ist es vielleicht auch besser, nichts zu sagen, bevor sich der Angeklagte um Kopf und Kragen redet.

 

Die Verteidiger-Erfahrung zeigt, dass zunächst einmal der inhaftierte Mandant wissen muss, was die Strafverfolgungsbehörde gegen ihn zusammengetragen hat, und was Zeugen und Sachverständige über ihn gesagt haben.

 

Nicht selten sind gefährliche Zeugen gerade diejenigen, die nicht die Wahrheit sagen und den Angeklagten zu Unrecht belasten. Eigennutz und Aversionen, aber auch Geltungssucht sind dafür ein häufiges Motiv. Wenn die Falschbelastung (Lüge!) aufgrund von etwaigem Hintergrundwissen geschickt konstruiert ist, wird das Gericht kaum die Möglichkeit haben, dies von sich aus zu klären.

 

Oft genug ist es der Angeklagte selbst, der um sein Recht kämpfen muss. Das gilt vor allem bei schwerwiegenden Taten wie Tötungsdelikten - Kapitaldelikten. Bei diesen geht es ja oft genug nicht um schuldig oder nicht schuldig, sondern darum, ob es Kriterien für einen Mord oder Totschlag gibt, und welches das richtige Strafmaß ist.

 

Der Angeklagte ist es, der sich dem Gericht vermitteln muss. Nur so kann das Gericht beurteilen, ob es dem Angeklagten glauben kann oder nicht.

 

Er muss allerdings erst einmal durch einen qualifizierten und spezialisierten Verteidiger in die Lage versetzt werden, den Inhalt der Akten auch mit den Augen der Richter zu lesen. Nur dann kann er auch verstehen, wie eine Frage des Gerichts gemeint ist, was der Hintergrund der Frage ist, und welche Auswirkung eine beabsichtigte Beantwortung hat.

 

Viele Angeklagte verhalten und äußern sich ungeschickt, weil sie die entsprechenden Punkte nicht rechtzeitig mit einem spezialisierten und erfahrenen Verteidiger besprochen und geklärt haben.

 

„Verteidigung“ findet zunächst einmal in den Verteidigerbesprechungen im Vorfeld der

Hauptverhandlung statt.

 

Sitzt der Angeklagte erst einmal im Gerichtssaal in der Hauptverhandlung, dann ist es meist für klärende Gespräche zu spät. Er allein antwortet auf die an ihn gerichteten Fragen des Richters. Antwortet ein Verteidiger für ihn, so stößt dies schnell auf Skepsis bei den Richtern. Es entsteht der Eindruck, der Angeklagte hätte etwas zu verbergen.

 

2)

 

Der spezialisierte und erfahrene Verteidiger hat den Beschuldigten oder Angeklagten früh bei der Entscheidung zu beraten, ob dieser eine Erklärung abgibt, sich vernehmen lässt, Beweismittel offenlegt oder weiterführende Hinweise zur Sachaufklärung gibt. Hat sich bei den Ermittlungsbeamten erst einmal eine einseitige Überzeugung zulasten des Beschuldigten gebildet, so wird er, wie es sich oft gezeigt hat, hieran auch durch eine aufrichtige Mitarbeit kaum etwas ändern können. Auch Ermittler bilden sich irgendwann, oft genug bereits vor Abschluss der Ermittlungen, eine Überzeugung, von der sie nur ungern abgehen.

 

Versucht der Beschuldigte oder Angeklagte, hieran durch eigene Erklärungen oder Hinweise etwas zu ändern, dann nützt ihm das oft genug kaum etwas. Es wird nur „berücksichtigt“, in das Beschuldigungsgebäude eingebaut, und es bleibt bei der Arbeitstheorie:

 

… und er war es doch!

 

Der Beitrag des Angeschuldigten findet sich dann in der Anklage wieder, wird dort scheinbar widerlegt, und es wird der Eindruck verursacht, es sei schon alles in die kritischen Überlegungen einbezogen und bewertet. Es wundert dann nicht, dass das Gericht, bei dem die Anklage eingeht, die ja kein unverbindliches Papier ist, weil sie den Schuldvorwurf nunmehr offiziell und autoritativ bekräftigt, negativ beeindruckt ist.

 

In solchen Fällen muss sich der Beschuldigte / Angeklagte mit einem spezialisierten und erfahrenen Verteidiger darüber abstimmen, ob er nicht zunächst einmal schweigt in der Erwartung, dass die von seinem Verteidiger überzeugend in der Hauptverhandlung vorgetragenen Gegenargumente doch einen stärkeren Eindruck hinterlassen.

 

Entscheidend ist oft, dass der Beschuldigte so früh wie möglich mit einem spezialisierten und erfahrenen Verteidiger spricht und nicht erst, wenn nach langen Vernehmungen durch die Kripo das „Kind im Brunnen“ ist und die Würfel gefallen sind.

 

Die Rechtsordnung, vor allem die Strafprozessordnung (StPO) sieht vor, dass allein der Rechtsanwalt berufen ist, die Interessen seines Mandanten, d. h. des Beschuldigten oder Angeklagten wahrzunehmen. Die ihm zugebilligte Einseitigkeit ermöglicht es ihm, sich in die Denkweise und Wertungen seines Mandanten einzufinden. Dadurch kann er ihn verstehen.

 

Die Ermittlungsbeamten, d. h. Kriminalbeamte und Staatsanwälte, sind zwar zur Klärung der Wahrheit verpflichtet, also nicht nur Belastendes, sondern auch Entlastendes zu ermitteln. Aber oft genug haben sie es schon schwer genug, brauchbares Belastungsmaterial zusammenzutragen. Damit bleibt nicht selten nicht mehr genug Zeit, um sich auch um die entlastenden Gesichtspunkte zu kümmern, so dass diese Arbeit zu kurz kommt.

 

In den USA ist der Staatsanwalt gar nicht erst verpflichtet, auch die entlastenden Indizien zu ermitteln. Er handelt dort seinerseits einseitig.

 

Mancher Beschuldigte hat nach seiner Festnahme erlebt, dass man ihm nur so lange zu glauben bereit ist, als er noch nicht mit einem Verteidiger gesprochen hat. Die Erfahrung zeigt, dass, wer sich darauf einlässt, eher schlecht fährt. So kommt es, dass mancher Mandant nach solchen Erlebnissen seinem Verteidiger sagt, er fühle sich überrumpelt und hätte Dinge gesagt, die er jetzt nicht mehr gelten lassen will. Wer weiß schon, zu welchen Notlügen auch ein Unschuldiger seine Zuflucht nimmt, wenn er sich in Bedrängnis sieht.

 

Auch Unschuldige geraten in Versuchung, Zuflucht zu Notlügen zu nehmen, wenn sie sich mit unwahren belastenden Zeugenbehauptungen konfrontiert sehen. Und wer einmal bei einer Lüge ertappt wird, dem wird man auch in Zukunft nicht mehr glauben, auch wenn er später die Wahrheit sagen sollte.

 

Um eine solche Konfliktlage zu vermeiden, vor allem unglückliche Eigenstrategien, sollte schon beim ersten Anzeichen polizeilicher Ermittlungsmaßnahmen der Verteidiger kontaktiert werden. Dass das nicht immer von allen begrüßt wird, gehört dazu.

 

Nicht selten können sich spätere Beschuldigte und Angeklagte nicht daran erinnern, jemals rechtliches Gehör erhalten zu haben, wie es schon verfassungsrechtlich vorgeschrieben ist. Hat der Verteidiger später Akteneinsicht erhalten, so findet er in diesen Fällen nicht selten Polizeivermerke, wonach der Beschuldigte angerufen wurde und nichts sagen und auch nicht zur Polizei kommen wollte, um sich vernehmen zu lassen. Wird der Mandant damit konfrontiert, so hört der Verteidiger vielfach von ihm, von so etwas nichts zu wissen.

 

Es ist also unbedingt notwendig, schon bei den ersten Anzeichen eines Ermittlungsverfahrens das Aktenzeichen in Erfahrung zu bringen nach dem Motto:

 

Wo es raucht, gibt es auch Feuer!

 

 

3)

 

Es gibt ein breites Spektrum an psychischen Störungen, unter denen ein Beschuldigter / Angeklagter zum Zeitpunkt der ihm vorgeworfenen Tat gelitten haben kann:

 

Psychosen: Schizophrenie, manisch-depressive Störungen

Neurotische Störungen

Depressionen

Persönlichkeitsstörungen, so auch narzisstische Störungen usw.

 

Dadurch kann die Einsichts-, aber auch Steuerungsfähigkeit so beeinträchtigt worden sein, dass die individuelle Schuld erheblich gemindert oder sogar ausgeschlossen ist. Dadurch kann zumindest das Strafmaß zugunsten des Angeklagten erheblich beeinflusst werden, sofern nicht wegen Schuldunfähigkeit ein Freispruch erfolgen muss.

 

Nicht selten werden diese Störungen nicht erkannt, sondern als Charaktermängel gewertet. So kann es dazu kommen, dass dadurch die Strafe sogar erhöht wird.

 

Der Verteidiger muss die Merkmale dieser psychischen Störungen kennen, um sie ggf. bei seinem Mandanten erkennen zu können. Erst dadurch wird die Tat oder das Verhalten verständlich.

 

Das geltende Strafrecht ist ein Schuldstrafrecht, und jeder Täter wird nach seiner individuellen Schuld beurteilt und bestraft. Hierbei geht es im wesentlichen um folgende Gesichtspunkte:

 

Wie viel konnte er erkennen?

Was hat er tatsächlich erkannt?

Hat er sich geirrt?

Hat er etwas übersehen?

War er abgelenkt?

War er in seiner Wahrnehmung eingeschränkt?

War er in der Lage, sich entsprechend seiner Einsicht zu steuern und

einem Tatimpuls „normal“ zu widerstehen?

Oder haben Kräfte auf ihn eingewirkt, die ihn mitgerissen oder zur Tat

getrieben haben?

 

Diese Klärung kann gar nicht früh genug erfolgen und ist oft genug für das spätere Ergebnis maßgeblich.

 

4)

 

In manchen abendlichen TV-Krimis kann man erleben, wie manche Beschuldigte in der Vernehmungssituation versuchen, bei den Ermittlern für ihr Handeln menschliches Verständnis zu finden. Sie meinen, dass jeder ein nachsichtiges Verständnis haben müsse, wenn sie schildern, dass sie etwa aus einem allgemein bekannten Gefühl heraus gehandelt haben, unter dem viele schon gelitten haben: Eifersucht!

 

Der Vernehmungsbeamte wird ihm nicht offenbaren, dass das Gefühl / Motiv der Eifersucht nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes auf niedrigster Stufe steht und der Totschlag (Regelhöchststrafe: 15 Jahre Haft) dadurch zum Mord wird, so dass die gesetzlich vorgesehene lebenslängliche Freiheitsstrafe die Folge ist. In den TV-Krimis sagen die Ermittler regelmäßig:

 

Sagen Sie die Wahrheit, das ist das Beste für Sie!

 

Dem erfahrenen und spezialisierten Verteidiger fällt dann die Last zu, zu klären, ob die Eifersucht wirklich das tatentscheidende Motiv war, oder ob es nicht ein Motivbündel gab mit einer Mischung verschiedener Impulse und Gefühlen. Dann kommt es darauf an, welches Motiv das führende, also vorherrschende und handlungsbestimmende war.

 

Dies zu erkennen und sachgerecht damit umzugehen, ist in der Regel Aufgabe des spezialisierten und vor allem auch erfahrenen Verteidigers.

 

Die Spezialisierung auf die Strafrechtstheorie in einem mehrwöchigen Lehrgang allein genügt oft nicht. Denn es dient dem in Bedrängnis geratenen Beschuldigten wenig, einen Rechtsanwalt zu beauftragen, der die Mindestzahl von Strafverteidigungen geführt hat, um sich Fachanwalt für Strafrecht nennen zu dürfen, weil ihm die besondere Erfahrung fehlt und die spezielle Sachkunde über die psychische Struktur des Menschen und der Fehlentwicklungen und Mängel, die Krankheitswert haben können.

 

Vieles hängt von der speziellen psychisch-psychologischen Sachkunde und dem dadurch geschulten Urteilsvermögen des Verteidigers ab, der mit seinem Wissen umzugehen in der Lage ist.

 

Gerichte erleben nicht selten Anträge von Verteidigern, den Angeklagten auf seine Schuldfähigkeit hin zu untersuchen. Es geht dabei regelmäßig um die Frage, ob die Voraussetzungen der §§ 20 und 21 StGB vorliegen. Dies kann allerdings zu katastrophalen Folgen führen, wenn der beauftragte Gutachter zu dem Ergebnis kommt, dass der Beschuldigte zwar in seiner Einsichts- und Handlungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt war, er deshalb nicht oder nicht in voller Höhe bestraft werden kann, von ihm aber in Zukunft weitere nicht unerhebliche Straftaten zu erwarten sind. Hierbei handelt es sich um eine persönliche Wertung und Einschätzung des Gutachters im Hinblick auf seine gutachterliche, aber auch persönliche Erfahrung. Angeklagte, denen eine oder mehrere Straftaten aus dem Sexualbereich vorgeworfen werden, so auch Pädophilie, laufen insoweit ein besonderes Risiko.

 

Eine solche Diagnose würde zur Anwendung des § 63 StGB führen. Aufgrund dieses gefürchteten Paragrafen werden „gefährliche psychisch Kranke“ in eine forensische Klinik verbracht, wo sie so lange bleiben, bis ein Gutachter ihnen bestätigt, dass sie in der Zukunft ungefährlich sind. Dies kann dazu führen, dass derart Verurteilte für manchmal für Straftaten, die ohne schwerwiegende Folgen geblieben sind, viele Jahre in der forensischen Klinik untergebracht werden, nicht selten mehr als 10 Jahre und länger. Der Grund liegt darin, dass der alle zwei Jahre zur Überprüfung angehörte Gutachter kein Risiko eingehen will, für das er möglicherweise später selbst schadensersatzrechtlich zur Verantwortung gezogen wird, wenn wieder etwas geschieht und ihm vorgeworfen wird, dass er es als Gutachter ja hätte besser wissen müssen. Rückblickend sind die Dinge immer klarer als in der Vorausschau. Deshalb werden Risiken im Hinblick auf die Freilassung eher gemieden.

 

In Grenzfällen stellt sich deshalb die Frage, ob es der anwaltlichen Pflicht entspricht, eine Begutachtung der Schuldfähigkeit des Mandanten zu beantragen, oder ob ihm damit nur geschadet wird. Dies wird gelegentlich übersehen oder nicht richtig eingeschätzt. Nach der beruflichen Aufgabenstellung ist es Sache des Verteidigers, Positives für den Mandanten zu tun, nicht allerdings, vermeidbare Nachteile zu verursachen. Hier entsteht in der Regel eine Gewissensfrage. Denn auch der Gutachter wird in vielen Fällen nur seiner Besorgnis Ausdruck verleihen können, dass es zu weiteren erheblichen Straftaten kommen wird, ohne dass für ihn tatsächlich eine gesicherte Gewissheit besteht. In dieser Grauzone sollte sich ein Verteidiger eher zurückhalten.

 

 

5)

 

Wir haben uns in den langen Jahren der Existenz unserer Kanzlei vielfältige Quellen erschlossen, die uns bei Spezialfragen auf verschiedenen wissenschaftlichen Gebieten unterstützen, so in der

 

Chirurgie

Orthopädie

Labormedizin

Toxikologie

Röntgenologie

Psychologie

Psychiatrie

Ballistik / Waffenkunde

Maschinenbau

Kfz-Technik

Unfallrekonstruktion

Schriftsachverständige

Wirtschaftsprüfung

Bankwesen

EDV-Technik

Computerwesen

Internettechnik

Printwesen

 

In einer komplexen und technisierten Welt tauchen bei vielen Problemfällen Fragen aus diesen Bereichen auf, zu deren Klärung es einer sachkundigen Unterstützung bedarf.

 

Nicht selten werden Beschuldigungen bei näherer Überprüfung hinfällig.

 

 

6)

 

Droht eine Festnahme, so empfiehlt es sich, sofort einen spezialisierten und erfahrenen Rechtsanwalt / Verteidiger anzurufen. Wir haben für den Notfall eine 24-Stunden-Notruf-Nummer, von der allerdings nur in einem wirklichen Notfall Gebrauch gemacht werden sollte.

 

Der Festgenommene wird meist in eine kahle, gekachelte Einzelzelle im Keller des Polizeigebäudes verbracht und isoliert. Er muss den Hosengürtel und die Schuhe ausziehen. Er soll möglichst zu niemandem Kontakt aufnehmen.

 

Untersuchungshaft darf durch den Haftrichter nur angeordnet werden, wenn deutliche Anhaltspunkte nicht nur für eine begangene schwerwiegende Tat mit einer Straferwartung von über 2 Jahren, sondern darüber hinaus für

 

Fluchtgefahr

und/oder

Verdunkelungsgefahr

 

gesehen werden. Diese Rechtsbegriffe sind natürlich dehnbar und nicht eng gefasst. Bereits Hinweise auf Auslandskonten oder Ferienwohnungen können gefährlich werden, geplante Urlaubsreisen, aber auch Kontobewegungen und Telefonate mit denkbaren Tatbeteiligten.

 

Die Situation des Festgenommenen, der sich völlig allein und isoliert fühlt, fördert erfahrungsgemäß seinen Drang, zu reden und sich selbst zu rechtfertigen.

 

Oft genug besteht auch der Irrtum, sich selbst helfen zu können.

 

Die ungewohnten und ängstigenden neuen Verhältnisse bewirken den gefährlichen Glauben, sich allein helfen zu können, und dass die Beauftragung eines erfahrenen, spezialisierten Rechtsanwalts jetzt nur störe.

 

Nicht wenige Mandanten haben schon berichtet, dass sie ihren Anwalt informieren wollten. Dazu sei es aber aus einer Reihe von Gründen nicht gekommen:

 

  1. Die Festnahme erfolgte abends, nachts oder in den frühen Morgenstunden,

wenn die Kanzleien nicht besetzt sind.

  1. Eine Notrufnummer des erwünschten Anwalts sei nicht bekannt gewesen.

  2. Man habe ihm nur ein Telefonbuch vorgelegt, was aber in der Situation nicht weitergeführt hätte.

  3. Man hätte ihm eine lange Liste von Rechtsanwälten vorgelegt, die sich mit Strafrecht befassen, ohne dass erkennbar gewesen wäre, wer über besondere Qualifizierung durch Spezialisierung und Erfahrung verfügt.

  4. Sie hätten auch geglaubt, und in diesem Irrglauben hätten sie die Umstände auch bestärkt, dass man ihnen mehr glauben würde, wenn sie jetzt keinen Rechtsanwalt hinzuziehen und allein Rede und Antwort stehen. Den Anwalt könne man ja auch später noch beauftragen.

  5. In Einzelfällen wurde auch berichtet, dass man ihm gesagt hätte:

„Jetzt nicht!“.

  1. Oder … man hätte, weil man sich unschuldig fühlte, gar nicht an einen Rechtsanwalt gedacht.

 

Die verspätete Hinzuziehung eines spezialisierten und vor allem erfahrenen Verteidigers hat sich oft genug als verhängnisvoll erwiesen. Denn wenn die Festnahme – was nicht selten ist – nachts erfolgt und die Beschuldigung schwer wiegt, wie bei Tötungsdelikten, dann wird die Vernehmung auch nachts bis in die Morgenstunden durchgeführt, was den Beschuldigten an die Grenzen seiner Belastbarkeit und zu einer Erschöpfung führt, die dem Behalten der Übersicht nicht gerade förderlich ist. Die Erfahrung zeigt, dass der Festgenommene isoliert und verängstigt ist und meint, reden zu müssen. Dass er ein Grundrecht hat,

 

zu schweigen,

 

bis er sich mit einem Rechtsanwalt darüber beraten hat, ob und wann er etwas sagt, dringt nicht in sein Bewusstsein vor. Wie in vielen TV-Krimis mitzuerleben ist, belehren manche Vernehmungsbeamte den Festgenommenen, von dem sie ja alles wissen wollen, zwar über sein Recht, zu schweigen, aber oft genug eher nebenbei und ohne Nachdruck. Der Festgenommene hofft ja immer noch, dass man ihm glauben wird, wenn er sich auf Fragen der Ermittler einlässt, vor allem ohne den Anwalt, der ja auch oft genug in der Rolle des Störers gezeigt wird, und dass er wieder freikommt. Nicht selten ein verhängnisvoller Irrtum!

 

Der Gesetzgeber wusste allerdings, warum er das Recht des Beschuldigten, zu schweigen, festgeschrieben hat und sein Recht, von Anfang an mit dem Rechtsanwalt seines Vertrauens zu sprechen.

 

Dies ist so bedeutsam, dass ein Vernehmungsprotokoll nicht verwertbar wäre, das – wenn beweisbar! – zustande gekommen ist, ohne dass der Rechtsanwalt benachrichtigt worden ist, nach dem der inhaftierte Beschuldigte nachdrücklich gerufen hat.

 

Hier sind allerdings schon manche Interventionen der Verteidiger an der mangelnden Beweisbarkeit gescheitert.

 

Also empfiehlt es sich,

 

auf Nummer Sicher zu gehen nach dem Grundsatz:

 

Kein Wort ohne meinen Anwalt.

 

Gericht sehen eine Aussage auch nicht deshalb als weniger glaubwürdig an, weil der Festgenommene vor seiner Vernehmung erst einmal mit einem Rechtsanwalt gesprochen hat.

 

Erfahrungsgemäß kommt ein Beschuldigter, der etwa in seiner ersten Vernehmung etwas gesagt hat, was sich später als nachteilig erweist, davon nicht mehr los. Es ist ja nicht der zu Vernehmende, der selbst das Vernehmungsprotokoll schreibt, sondern der Vernehmungsbeamte. Kaum jemals wird wörtlich wiedergegeben, was ein Beschuldigter sagt und wie er es sagt. Meist handelt es sich um Niederschriften nach dem Verständnis des Vernehmungsbeamten. Es sind also leicht Irrtümer und Missverständnisse möglich, die sich später verhängnisvoll auswirken können.

 

 

7)

 

Beziehungstaten

Die Mehrzahl der Gewalt- und Tötungsdelikte ereignet sich zwischen Personen, die in einer intensiven emotionalen Beziehung zueinander stehen. Den Durchbruch in der Erkenntnis der Ursachen erreichte eine wissenschaftliche Arbeit von Prof. Dr. Wilfried Rasch bereits aus dem Jahre 1964:

 

„Die Tötung des Intimpartners“.

 

Schwerwiegende und verhängnisvolle Spannungen können auch im Verhältnis von Eltern und Kindern auftreten, am Arbeitsplatz und überall, wo Abhängigkeiten entstehen. Bei der Durchleuchtung der Problematik ist eine hohe Sachkunde erforderlich. Ob es sich um einen Totschlag, Mord, eine Fahrlässigkeitstat oder einen Unfall handelt, lässt sich meist erst erkennen, wenn man möglichst viel über die Psyche des Täters einerseits und des Opfers andererseits weiß.

 

Gerichte beurteilen die Angeklagten danach, was in ihrem Kopf vorging, was sie erkannt, gesehen, gedacht, gemeint haben, und wovon sie glaubhaft überzeugt waren. Deshalb sprechen wir von

 

S c h u l d s t r a f r e c h t .

 

Nicht nur das äußere Geschehen allein ist für die Beurteilung durch das Gericht maßgeblich. Ebenso wichtig ist die innere Seite des Beschuldigten / Angeklagten, seine „Schuld“. Wer nachweislich die Dinge subjektiv so erlebt und gesehen hat, dass er sich in einer Notwehrsituation wähnte, wird auch dann freigesprochen werden müssen, wenn er sich geirrt hat.

 

Allerdings wird jede Äußerung des Angeklagten genauestens und mit viel Skepsis überprüft. Gern wird hierbei auf das zurückgegriffen, was der Beschuldigte nach seiner Festnahme in der ersten Vernehmung gesagt hat. Das zeigt, welche Bedeutung gerade die erste Vernehmung für das Ergebnis des späteren Verfahrens hat!

 

Oft genug lässt sich die subjektive und individuelle Sicht des „Täters“, d. h. des Beschuldigten / Angeklagten nicht ohne Unterstützung eines erfahrenen Gerichtspsychiaters beurteilen. Denn Tötungsdelikte geschehen in der Regel nicht nur spontan, sondern haben meist eine lange Vorgeschichte.

 

So kann sich in einer langdauernden Beziehung zwischen Mann und Frau viel an unverarbeiteter Aggression entwickeln, die sich aufstaut, bis man nicht mehr miteinander spricht und eine explosive Lage entsteht. Gerade verantwortungsvolle und sensible Partnerinnen und Partner schlucken viel herunter und steigern dadurch ihr inneres Aggressionspotenzial, ohne sich dessen bewusst zu sein. Fachleute vergleichen dies mit einem vollen Fass, bei dem nur noch ein Tropfen fehlt, bis es überläuft. Man könnte auch von einem Funken am Pulverfass sprechen.

 

Ob und wie sich eine Person auflädt, hängt von ihrer psychischen Ausstattung, Struktur und ihrer Erlebniswelt ab. Wer als Kind misshandelt wurde, wird eher zu Enttäuschungen und Frustrationen in einer Beziehung neigen. Vielleicht braucht derjenige mehr Zuneigung in einer Beziehung als es der/die Partner/in erkennt oder zu geben bereit und in der Lage ist. Kommen Vertrauenskrisen hinzu, gerät ein/e Partner/in in einer länger dauernden Krise etwa in eine Situation der Versuchung und geht fremd, so kann dies schon das „Fass zum Überlaufen“ oder das Pulverfass zur Explosion bringen. Oft sind es die Angehörigen des Tatopfers, die dem entgegentreten und den Täter dämonisieren.

 

Gerichte glauben hier nicht unbedingt alles, was ihnen vorgetragen wird. Alles wird dann genauestens überprüft, und es kommt schon auf jedes Wort an, das der Angeklagte bereits in seiner ersten Vernehmung, oft genug nachts bis in die Morgenstunden, gesagt hat. Als fatal erweist sich allerdings auch oft, wenn der Festgenommene und spätere Angeklagte etwas weggelassen hat, weil er sich geschämt oder aus anderem Grund geglaubt hat, etwas nicht sagen oder weglassen zu sollen. Will er es später nachtragen, so stößt er oft genug auf Widerstand und man fragt ihn, warum er das nicht gleich gesagt hat. Schiebt er es jetzt nach, so wird selbst dann, wenn es der Wahrheit entsprechen mag, darin eine Lüge gesehen, um sich zu „retten“. Das Ergebnis ist dann abzusehen.

 

Ob ein Beschuldigter lügt, die Wahrheit sagt oder das sagt, wovon er ehrlich überzeugt ist, hängt entscheidend von seiner inneren/psychischen Befindlichkeit zum Zeitpunkt der Tat ab. Es gibt fast unendlich viele Einflüsse, die mehr oder weniger stark eingewirkt haben können wie etwa

 

Übermüdung

Fehleinschätzungen

Depressionen

Persönlichkeitsstörungen wie etwa narzisstische

Psychosen

Sehfehler

Hörfehler

Sinnestäuschungen

Alkohol

Drogen.

 

Es bedarf hoher Sachkunde und Berufserfahrung, um als Verteidiger mit derartigen Störungen sachgerecht umzugehen.

 

Verweigert sich der Beschuldigte oder spätere Angeklagte dem klärenden Gespräch oder fehlt einem Verteidiger das Verständnis für das, was ja so nicht in der Ausbildung gelehrt wird, sondern in langen Jahren und fachkundiger Begleitung durch Psychiater und Psychologen erworben werden muss, ferner in kostenaufwändigen speziellen Fortbildungsseminaren, dann wird es zu einer falschen Sicht des Angeklagten kommen. Er wird sich unvollständig und ungeschickt darstellen und sich damit in die Rolle eines Lügners bringen, der hart angefasst werden „muss“.

 

Fachanwalt für Strafrecht bedeutet ja vor allem Spezialisierung im Recht. Die oben beschriebenen Phänomene sind allerdings ganz anderer Art. Das Recht kommt erst zur Anwendung, wenn geklärt ist, wer wann wo wie warum was getan hat, also zahlreiche Vorfragen, so insbesondere aus dem Gebiet der Psychologie und der Psychiatrie beantwortet worden sind. Gerade hier benötigt der spezialisierte Verteidiger eine ganz besondere zusätzliche Erfahrung und Sachkunde.

 

 

8)

 

Wirtschaftsstrafsachen

Es wird oft verkannt, dass es auch hier um Strafrecht geht, allerdings auf dem Gebiet der Wirtschaft, und erst in zweiter Linie um Bilanzen, Buchhaltung, Steuerrecht.

 

Es muss geklärt werden, ob der „Täter“, wenn er etwa wegen Betruges angeklagt wurde, tatsächlich wusste und beurteilen konnte, dass seine Geschäfte nicht erfolgversprechend sind und er deshalb nicht weiter auf Kredit Ware beziehen darf, oder ob er glaubhaft davon ausgehen konnte, dass seine Geschäfte erfolgreich bleiben werden. Steuerberater und Wirtschaftsprüfer begleiten den Unternehmer und bereiten die Zahlen auf, auf die der spezialisierte Verteidiger zurückgreifen kann. Aber auch diese bedürfen der Aufarbeitung, um sie verstehen zu können, da sie immer in einem wirtschaftlichen Zusammenhang stehen.

 

Oft genug geraten Unternehmen in Schwierigkeiten, weil die von ihnen erteilten Rechnungen nicht bezahlt werden. Dann geht es um die Frage, ob und wann der Unternehmer das erkannt hat, und ob er jemanden getäuscht hat, um Kredit oder Ware zu erlangen. Es zeigt sich, dass es auch hier auf die subjektive Seite bei dem Beschuldigten ankommt, um ihn richtig zu sehen und „beurteilen“ zu können.

 

Entsteht hoher wirtschaftlicher Schaden, so sind in der Regel viele Faktoren, auch Menschen daran beteiligt. Der erfahrene Verteidiger muss dies mit seinem Mandanten sorgfältig aufarbeiten, um Vorurteile und eine Fehlsicht bei der Ermittlungsbehörde und später bei Gericht zu verhindern.

 

 

9)

 

Verkehrsstrafsachen/Straßenverkehrssachen

Auch hier kommt das Recht erst zur Anwendung, wenn geklärt ist, was geschehen ist und wer Schuld hat. Die Verteidigung auf dem Gebiet des Straßenverkehrsrechts setzt ein durch lange Berufstätigkeit als Rechtsanwalt auf diesem Gebiet erworbenes Verständnis voraus, was zu dem Unfall geführt hat und was die Ursachen waren.

 

Die Beantwortung dieser Fragen hängt wie meist davon ab, welche Beweise gesichert werden.

 

Wer denkt schon nach einem Unfall daran, festzuhalten, wer als Zeuge in Betracht kommt? Nicht wenige Zeugen wollen nichts mit Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht zu tun haben. Wenn sie von auswärts oder von weit her kommen, so werden sie als Zeuge zu Gerichtsverfahren geladen, die oft genug genau dann stattfinden, wenn es ihnen nicht passt. Zudem ist selbst dann, wenn sie von weit her zum Gerichtsverfahren anreisen müssen, nicht sicher, dass sie tatsächlich als Zeugen vor Gericht angehört werden und die Sache damit für sie erledigt ist. Denn wenn die Verteidigung des angeklagten vermeintlichen Unfallverursachers einen Beweisantrag in der Verhandlung stellt und diese deshalb vertagt werden muss, kommt es oft genug nicht mehr zur Anhörung des von weit angereisten Zeugen. Er wird zu einem späteren Zeitpunkt wieder geladen und muss demzufolge wieder anreisen.

 

Es könnte sich also empfehlen, mit der mitgeführten Digitalkamera sofort nach dem Unfall die Kennzeichen der Fahrzeuge zu erfassen, deren Fahrer ausgestiegen sind, um sich den Unfall mit seinen Personen- und Sachschäden anzusehen.

 

Dann aber sollten möglichst genaue Fotos aus verschiedenen Perspektiven gefertigt und der Standort der Fahrzeuge mit Kreide markiert werden, bevor sie, um die Straße für den Verkehr - vor allem auf der Autobahn – wieder freizumachen, an den Rand geschoben werden. Geschieht bis dahin nichts, vor allem keine fotografische Erfassung der Verhältnisse vor Ort, so ist es nicht selten zu spät. Denn die Erfahrung zeigt, dass die spätere Unfallschilderung durch verschiedene Zeugen auch dann völlig unterschiedlich ausfällt, wenn sich die Zeugen bemühen, die Wahrheit zu sagen.

 

Dies kann gefährliche Folgen haben, wenn Personenschäden – auch mit Dauerfolgen – in Betracht gezogen werden und es um Schadensersatz, Schmerzensgeld, Unterhaltszahlungen und Einschränkung der weiteren Berufsausübung, aber auch um den berüchtigten Hausfrauenschaden geht, also Versorgung der Familie durch teure Hilfskräfte.

 

Wer nach einem Unfall noch nicht die Handlungsfähigkeit verloren und noch halbwegs den Überblick hat, der ist gut beraten, wenn er sofort Kreidemarkierungen über die Position der Fahrzeuge unmittelbar nach dem Unfall vornimmt,

 

und:
nach dem Wegräumen der Fahrzeuge etwa im Rechteck oder Quadrat vier senkrecht aufragende Gegenstände – egal was - aufstellt und diese + Markierung fotografisch festhält. Dann kann später anhand eines besonderen Computerprogramms zentimetergenau nachvollzogen werden, welche Position die Fahrzeuge zueinander hatten, bevor sie weggeräumt wurden.

 

Ein Gutachter für Unfallrekonstruktion kann alsdann später genau den Hergang und die Verursachung des Unfalls rekonstruieren. Das gibt dem Unfallgeschädigten die reelle Chance, Schadensersatz, Schmerzensgeld, Verdienstausfall und Ersatz für etwaige Zukunftsschäden zu erlangen, oder sich gegen unberechtigte Ansprüche anderer erfolgreich zu wehren.

 

Viele Rahmenbedingungen im Bereich eines Unfallortes ändern sich bis zur Verhandlung, wie etwa Sichtbehinderungen durch Büsche, Schilder, parkende Pkws oder Lkws oder Baufahrzeuge. Es empfiehlt sich also, all das möglichst aus verschiedenen Perspektiven festzuhalten, möglichst mit Zeitangaben durch Hochhaltung der aktuellen Tageszeitung, nach dem Grundsatz:

 

„Es ist alles nur eine Frage des Beweises“.

 

Recht haben und bekommen ist nicht dasselbe.

 

Wer sein Recht sucht, muss manches dafür tun und für sich selbst sorgen. Auch den Polizeibeamten, welche die Unfallaufnahme durchführen, können Irrtümer und Fehler unterlaufen. Nicht wenige Unfallbeteiligte berichten dem Rechtsanwalt später, die Polizeibeamten seien schon mit einer bestimmten Sicht an die Dinge herangegangen, hätten sich vorzeitig eine Überzeugung von der Schuld gebildet und sich davon bei ihren Maßnahmen beeinflussen lassen.

 

Um dem zu begegnen, sollte sich jeder, der in einen Unfall verwickelt ist, möglichst auch selbst um die Sicherung von Beweisen kümmern. Dies wird auch möglich sein, ohne die Polizeibeamten bei der Unfallaufnahme zu stören. Allerdings sei klargestellt:

 

Unfallbeteiligte dürfen am Unfallort fotografieren, sie brauchen sich dabei nicht behindern zu lassen und sich auch die Kamera nicht wegnehmen zu lassen, wie es gelegentlich zu Unrecht geschieht.

 

Nicht immer ist es sinnvoll, am Unfallort mehr zu sagen als die Personendaten anzugeben. Ist die Rekonstruktion des Unfallherganges voraussichtlich schwierig, so sollte der Unfallbeteiligte, der nicht offensichtlich unschuldig ist, erst einmal mit einem qualifizierten und erfahrenen Verkehrsanwalt, Straßenverkehrsrechtler, Straßenverkehrsanwalt sprechen.